klima-allianz deutschland

Verkehrswende

klima-allianz deutschland präsentiert ökologisches Modell der Firmenwagenbesteuerung

Berlin, 31.05.2012 – Derzeit geltendes Dienstwagenprivileg muss abgeschafft werden, da es sozial ungerecht ist und
ökologische Fehlanreize setzt. Aktuelle Empfehlung der OECD muss von der deutschen Politik ernst
genommen werden.

Die aktuelle steuerliche Behandlung von Firmen- und Dienstfahrzeugen steht in starkem Kontrast zu den ökologischen und haushaltspolitischen Zielen der Bundesregierung, besonders im Hinblick auf die Reduktion von CO2. Durch die aktuelle Regelung werden übermäßig teure, schnelle und meist auch verbrauchsintensive Fahrzeuge bevorteilt. Anreize für den Erwerb besonders sparsamer Modelle sind überhaupt nicht vorhanden. Zu diesem Urteil kommt heute auch die OECD in ihrem aktuellen Umweltprüfbericht und empfiehlt eine Überprüfung der steuerlichen Behandlung von Dienstwagen. Sie geht sogar noch weiter und sieht im deutschen Steuerprivileg einen ökologisch bedenklichen Anreiz zur Anschaffung neuer Fahrzeuge. Hinzu kommt, dass durch die pauschale Versteuerung von Dienstwagen Vielfahrer systematisch belohnt werden. Durch diese steuerliche Bevorzugung von Dienstwagen gegenüber privat angeschafften Autos entgehen dem Staat jährlich rund 2 Milliarden Euro.

“Die Allgemeinheit finanziert die Dienstfahrzeuge einer kleinen Elite mit. Diese verdient überdurchschnittlich und erhält trotzdem immense Steuervergünstigungen, die normalen Arbeitnehmern nicht zur Verfügung stehen”, so Michael Ziesak, VCD-Bundesvorsitzender. “Die Nichtberücksichtigung ökologischer Faktoren bei der Besteuerung und die Mentalität des Flatratefahrens mittels Tankkarte setzen zudem völlig falsche Signale”.

Obwohl Firmenwagen häufiger ersetzt werden als private Pkw, ist ihr durchschnittlicher CO2-Ausstoß höher. Zudem werden vor allem Modelle der oberen Mittelklasse und Oberklasse gewerblich zugelassen. “Hier wird häufig die betriebliche Notwendigkeit den steuerlichen Vorzügen geopfert, es erfolgt also eine steuerliche Subvention von Luxusgütern”, so Werner Reh, Verkehrsreferent des BUND.

Die klima-allianz deutschland, ein Bündnis von mehr als 100 Organisationen und Verbänden, die sich gemeinsam für die Reduktion von Treibhausgasen einsetzen, fordert eine Reform der Firmenwagenbesteuerung. Diese soll Steuerprivilegien abbauen und eine ökologische Lenkungswirkung entfalten. Die klima-allianz schlägt vor, die steuerliche Absetzbarkeit der Betriebs- und Anschaffungskosten für den Arbeitgeber wie auch die Höhe des geldwerten Vorteils für den Dienstwagenberechtigten an den CO2-Emissionen der Fahrzeuge auszurichten. Dass heißt, je sparsamer ein Auto ist, desto besser wird es steuerlich gestellt. Dabei werden die zugrunde liegenden CO2-Emissionsgrenzen kontinuierlich gesenkt, was langfristig eine starke ökologische Lenkungswirkung und Planungssicherheit für die Wirtschaft bedeutet.

Damian Ludewig, Geschäftsführer des FÖS und Mitglied im SprecherInnenrat der klima-allianz: “Mit dem Festhalten an der aktuellen Firmen- und Dienstwagenbesteuerung verhindert die Bundesregierung die Erfüllung der selbst gesteckten CO2-Reduktionsziele. Eine Reform des bestehenden Modells kann einen wichtigen Beitrag leisten für den Wandel hin zu einem energieeffizienten Automobilsektor. Das hilft gleichzeitig den Herstellern bei der Einhaltung europäischer Zielvorgaben. Erfahrungen aus dem europäischen Ausland zeigen, dass eine an Umweltkriterien orientierte Firmenwagenbesteuerung sehr schnell Erfolge erzielen kann.”

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Rückfragen und Interviewwünsche:

Anja Smetanin, VCD-Pressesprecherin * Fon 030/280351-12 * Fax -10 * presse@vcd.org

Werner Reh, BUND-Verkehrsreferent * Fon 030/275864-35 * Fax -40 * werner.reh@bund.net

Damian Ludewig, FÖS-Geschäftsführer * Fon 030/7623991-40 * Fax -59 * damian.ludewig@foes.de

 

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