Klima-Allianz fordert Bundesregierung auf, beim Klimaschutz Worten endlich Taten folgen zu lassen / Finanzielle Hilfen für ärmere Länder im Kampf gegen den Klimawandel dürfen keine Luftbuchungen sein / Erhöhung des EU-Klima-Ziels von 20 auf mindestens 30 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis 2020 notwendig
Die Klima-Allianz erklärt zum Start der UN-Klimakonferenz in Cancun:
Lange galt Deutschland als einer der Vorreiter beim Klimaschutz und Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde als „Klima-Kanzlerin“ gefeiert. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Wir erleben derzeit eine Bundesregierung, die den Neubau von rund 20 klimaschädlichen Kohlekraftwerken in Deutschland unterstützt, strengere Auflagen zur CO2-Reduzierung im Verkehr verhindert und die erneuerbaren Energien ausbremst, indem sie Atomkraftwerken längere Laufzeiten gewährt“, erklärt Dr. Hubert Meisinger, Umweltpfarrer der Evangelischen Kirche in Hessen Nassau und Mitglied der Klima-Allianz. „Deutschland hat sich zwar ein langfristig ambitioniertes Klimaschutzziel der Treibhausgasreduktion um mindestens 80 % bis 2050 gesetzt, tut aber tatsächlich viel zu wenig und gefährdet dadurch auch ein Weiterkommen bei den fest gefahrenen UN-Klimaverhandlungen. Denn nur wer zu Hause seine Hausaufgaben beim Klimaschutz macht, ist auch auf internationaler Bühne glaubwürdig“, so Meisinger.
Rückschläge gab es zuletzt auch bei der internationalen Klimafinanzierung. Zwar hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel den Entwicklungsländern beim letzten UN-Klimagipfel bis 2012 1,26 Mrd. Euro zusätzliche Mittel für die Klimafinanzierung versprochen. Jedoch wurde hiervon fast nichts umgesetzt. „Es ist eine Fehlentscheidung, dass die erst 2010 eingerichtete Budgetlinie für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern nach der Haushaltssanierung überhaupt kein Geld mehr bekommt. Wir appellieren an die Bundesregierung, die Anpassungsbemühungen besonders betroffener Entwicklungsländer ebenso wie den Wälder- und Klimaschutz nicht mit Luftbuchungen sondern mit tatsächlich neuen Mitteln zu unterstützen“, fordert Dr. Oliver Müller, Leiter von Caritas international, für die Klima-Allianz.
Auch die EU hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht und droht als wichtiger Impulsgeber auszufallen. Zusammen mit Campact fordert die Klima-Allianz deshalb die Bundesregierung auf, sich in der EU für eine Anhebung des verbindlichen Minderungsziels von Treibhausgasen bis 2020 von jetzt 20 auf mindestens 30 % einzusetzen. Der Appell kann unter www.campact.de unterzeichnet werden.
Lisa Bauch (IG BAU), Thomas Hirsch (Brot für die Welt), Jürgen Maier (Forum Umwelt & Entwicklung) und Brick Medak (Germanwatch) aus dem SprecherInnenrat der Klima-Allianz sind in Cancun vor Ort und stehen für Rückfragen zur Verfügung:
Lisa Bauch
lisa.bauch@peco-ev.de
Thomas Hirsch
T. +49 172 625 92 07
t.hirsch@brot-fuer-die-welt.de
Brick Medak
T. + 49 179 132 9859
medak@germanwatch.org
Jürgen Maier
T. +49 171 383 6135
chef@forumue.de
Die Klima-Allianz ist das breite gesellschaftliche Bündnis von mehr als 110 Umwelt- und
Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen. www.klima-allianz.de
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