Kohlekraftwerk und Tagebau in Jänschwalde

Jänschwalde liegt in einem Tagebaugebiet in der Nähe von Cottbus in der Lausitz. Die Zerstörung von Dörfern für Tagebau hat eine traurige Tradition: seit 1924 wurden bereits 136 Dörfer durch den Tagebau zerstört, 82 davon vollständig!

Das bereits existierende Braunkohlekraftwerk wird von Vattenfall betrieben und ist mit einem Ausstoß von 25 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr bereits heute der zweitgrößte CO2-Emittent in Deutschland und der fünftgrößten CO2-Emittent in ganz Europa! Wegen des geringen Wirkungsgrades werden für jede Kilowattstunde Strom ca. 1,2 Kilo des Klimagifts frei.

Der Vattenfall-Konzern hat angekündigt, ab 2020 einen neuen Kraftwerksblock in Jänschwalde zu bauen, der zwei alte ersetzen soll und dessen CO2-Emissionen dank einer neuen Technologie – CCS (Kohlenstoffabscheidung und –speicherung) geringer ausfallen sollen. Doch: CCS ist kaum erforscht, so dass man kann heute noch nicht abschätzen kann, ob diese Technologie in etwa 15 Jahren marktreif ist. Die von Vattenfall geplanten fünf neuen Tagebaue zur Versorgung des neuen Kraftwerkblocks, für die fast 4000 Menschen umgesiedelt werden müssen, sind dann jedoch bereits zu einer unumkehrbaren Wirklichkeit geworden! Hinzu kommt, dass es von Vattenfall keine klare Aussage gibt, ob die alten Kraftwerke 2020 auch tatsächlich abgeschaltet werden.

Um dies zu verhindern, hat sich Mitte 2007 ein regionales Bündnis in der Lausitz gegründet – die „Klinger Runde.“ Der Ort Klinge ist bereits halb weggebaggert, der Rest des Dorfes würde bei dem geplanten Tagebau Jänschwalde-Süd zum Opfer fallen.

Im Oktober 2007 unterzeichneten 43 Lausitzer Dörfer eine gemeinsame Erklärung und starteten die Volksinitiative „Keine neuen Tagebaue“, für die bereits 20.000 Unterschriften gesammelt wurden. Damit konnte die Hürde für ein Volksbegehren genommen werden, das im Herbst dieses Jahres vier Monate lang läuft und 80.000 Stimmabgaben erfordert.

Die Klima-Allianz möchte mit ihrer Demonstration am 13. September dieses Volksbegehren unterstützen und eine bundesweite Aufmerksamkeit für die Situation der Menschen vor Ort erzielen. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl möchten wir mit der Demo dazu beitragen, dass Politiker Rede und Antwort stehen und möglicherweise Ihre Meinung ändern, wenn sie spüren, dass der Widerstand zu groß wird.

Kommen Sie zur Demo und protestieren Sie gegen die geplante Kraftwerkserweiterung, die neuen Tagebaue und die Umsiedung der vielen Menschen! Die Bevölkerung vor Ort braucht Ihre Unterstützung und bundesweite Aufmerksamkeit durch eine große Demo

Im Anschluß an die Demo gibt es einen Shuttleverkehr zum Freiluftgottesdienst in Kerkwitz, einem der bedrohten Dörfer sowie ein Abendprogramm und Übernachtungsmöglichkeiten.

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