Standort Staudinger
Das Kohlekraftwerk Staudinger liegt in Großkrotzenburg bei Hanau in Hessen. Laut E.ON sollen dort ab 2012 drei alte Kraftwerksblöcke abgeschaltet werden. Ein neuer “Block 6″ soll die wegfallenden Kapazitäten ersetzen – wird jedoch wesentlich größer sein. E.ON-Chef Wulf Bernotat hat angekündigt, Kohlekraftwerke nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung zu bauen. Doch obwohl die Menschen vor Ort massiv gegen die Pläne protestieren und sich selbst der hessische Landtag gegen einen Ausbau von Staudinger entschieden hat, hält der Konzern an seinem Plan, einen neuen Kraftwerksblock zu bauen, weiter fest. Die Folge wäre ein Anstieg der CO2-Emissionen von 5 auf 9 Mio. Tonnen pro Jahr. Die ohnehin starke Schadstoffbelastung der Region wäre durch eine Zunahme von Feinstäuben und Schwermetallen wie Quecksilber, Blei und Arsen weiter verstärkt. Eine weitere Folge wäre einen Arbeitsplatzabbau, der mit dem Bau des neuen Blocks einhergeht. Die verheerende Folgeschäden des Kohleabbaus in Südafrika für die Befeuerung des Kraftwerks Staudinger sind nicht mehr hinzunehmen.
Aussage von Wulf Bernotat auf der E.ON Hauptversammlung am 30.April 2008 zur Erweiterung des Kohlekraftwerks Staudinger
Standort Jänschwalde
Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde liegt in einem Tagebaugebiet in der Nähe von Cottbus in der Lausitz. Es ist mit einem Ausstoß von rund 25 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr Europas fünftgrößte Dreckschleuder. Vattenfall will die Braunkohleverstromung – die klimafeindlichste Form der Energiegewinnung überhaupt – in der Lausitz für weitere Jahrzehnte durchsetzen. Ab 2020 soll ein neuer Kraftwerksblocks in Jänschwalde gebaut werden, dessen CO2-Emissionen durch Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CSS) geringer ausfallen sollen als bisher, doch ist die Technologie CSS noch zu wenig erforscht, um von Vattenfall als Lösung propagiert zu werden.
Es fehlen konkreter Ablaufszeiten für die alten Kraftwerksblöcke, sodass der Betrieb auch nach 2020 noch jahrelang fortgesetzt werden könnte. Für die weitere Befeuerung aller Vattenfall-Kraftwerke in der Lausitz sollen fünf neue Tagebaue angelegt werden. Drei weitere Dörfer würden dem Tagebau zum Opfer fallen und knapp 4.000 Menschen müssten umgesiedelt werden.
Lesen Sie hier den Hilferuf aus der Lausitz.
Auch die Grüne Liga hat ein Hintergrundpapier verfaßt: “Wo die Zukunft der Lausitz verheizt werden soll:Das Braunkohlenkraftwerk Jänschwalde”, in dem Sie Details zum Kraftwerk, der CCS-Technologie und den geplanten Umsiedlungen nachlesen können.

