Floßaktion auf der Spree: Uns steht das Wasser bis zum Hals

Mit einer spektakulären Aktion auf der Spree in Berlin hat die Klima-Allianz ihrer Forderung nach einem Baustopp für Kohlekraftwerke Nachdruck verliehen. Vertreterinnen und Vertreter aus Ländern, die vom Klimawandel schon jetzt besonders betroffen sind, sind heute Morgen auf einem kleinen Floß auf der Spree ins Regierungsviertel gefahren. Die „Klimazeugen“ haben mit dieser symbolischen Aktion unter
dem Motto „Klima schützen – Kohle stoppen“ deutlich gemacht, dass konsequenter Klimaschutz zur globalen Überlebensfrage geworden ist.

„Die Lebensgrundlagen von 600 Millionen Armen in Indien sind durch den Klimawandel bedroht, da die Getreideproduktion aufgrund der steigenden Temperaturen zurück gehen wird und damit die Ernährungslage verschärft wird“, so Nafisa Goga D`Souza vom Indian Network on Ethics on Climate Change.

Grace Mketto aus Tansania führte aus, dass in ihrem Land Krankheiten wie Malaria stark zunehmen und dies vor allem negative Auswirkung auf die Sterblichkeit von Kindern nach sich ziehen wird. „Auch Frauen haben unter den Auswirkungen des Klimawandels besonders zu leiden: sie sind für die Ernährung ihrer Familie verantwortlich und haben die größte Arbeitslast unter erschwerten landwirtschaftlichen Bedingungen zu schultern.“

Vor diesem Hintergrund müsse Deutschland die Gelegenheit wahrnehmen und mit effektiven Klimaschutzmaßnahmen Vorbild für andere Länder werden, forderte Fei Tevi, Generalsekretär der pazifischen Kirchenkonferenz von den Fidschi-Inseln. „Vor allem bei der Verbrennung von Kohle wird massiv CO2 freigesetzt. Die über 25 geplanten neuen Kohlekraftwerke in Deutschland werden somit zu einem Anstieg der Treibhausgase, der weiteren globalen Erwärmung und damit zu einer Verschlechterung unserer Lebensbedingungen beitragen.“

Bei der Pressekonferenz haben die Klimazeugen einem Abteilungsleiter des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit, Herrn Adolf Kloke-Lesch, eine Petition überreicht, in der sie ein Moratorium für den Bau von Kohlekraftwerken fordern. Nur so könne die Bundesregierung klimapolitisch Kurs halten und das Ziel, die CO2–Emissionen bis 2020 um 40 Prozent zu senken, erreichen.

Am Samstag werden die Klimazeugen auf den beiden bundesweiten Demonstrationen in
Jänschwalde bei Cottbus und Staudinger bei Hanau gegen den Neubau von Kohlekraftwerken sprechen. Zu diesen Demonstrationen ruft die Klima-Allianz auf, in der 100 Organisationen engagiert sind. Die Klimazeugen wurden von Mitgliedern des Bündnisses eingeladen, darunter den kirchlichen
Entwicklungsorganisationen „Brot für die Welt“, Evangelischer Entwicklungsdienst und „Misereror“
sowie dem „Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen“ und „Women in Europe for a Common
Future“.

Bilder vom Floß auf der Spree können Sie unter diesem Link herunterladen: http://schoelzel.net/downloads/Klima-Allianz.zip
Videomaterial wird in Kürze auch zur Verfügung stehen.
Informationen zu den Klimazeugen finden Sie in unseren Factsheets, die Sie unter www.brot-fuer-die-welt.de herunterladen können.

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