Dachau sagt Nein zur Beteiligung an Kohlekraftwerken

Klima-Allianz und lokale Bürgerinitiative Kontra-Kohlestrom begrüßen die Entscheidung / Druck auf Stadtwerke, ihre Kohle-Investitionen zu überdenken, wächst deutschlandweit

In einem Bürgerentscheid hat sich gestern die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Dachau gegen die Kohlekraftwerksbeteiligungen ihrer Stadtwerke ausgesprochen. Die Stadtwerke Dachau beabsichtigten bisher mehrere Millionen Euro in zwei Steinkohlekraftwerke in Lünen und Krefeld zu investieren. Das Kohlekraftwerk Lünen mit einer geplanten Leistung von 750 Megawatt wird pro Jahr 4,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid erzeugen. Im Chemiepark Uerdingen nahe Krefeld plant der Stadtwerkeverbund Trianel, zu dem auch die Dachauer Stadtwerke gehören, ein gleich großes Kraftwerk.

“Durch den gestrigen Bürgerentscheid sind die Dachauer Stadtwerke gezwungen, ihre Teilhabe an den Kraftwerken in Lünen und Krefeld aufzugeben”, freut sich Michael Eisenmann von der Bürgerinitiative Kontra-Kohlestrom. “Das ist ein wunderbarer Sieg für die direkte Demokratie. Die Bürgerinnen und Bürger Dachaus haben sich nicht in die Irre führen lassen und einer Mitverantwortung Dachaus an der klimaschädlichen und zukunftsfeindlichen Energieerzeugung eine klare Absage erteilt. Wir hoffen, dass diese Entscheidung große Wirkung auf andere beteiligte Städte haben wird und damit das Kraftwerk in Krefeld verhindert werden kann.”

„Weitere Initiativen in Städten, die an dem Kraftwerk Krefeld beteiligt sind, wollen dem Beispiel Dachaus folgen und ebenfalls ein Bürgerbegehren gegen die Investition in Klimakiller auf den Weg bringen. Damit wächst deutschlandweit der Druck auf Stadtwerke, ihre Beteiligungen an Kohlekraftwerken zu stoppen“, erklärt Mona Bricke von der Klima-Allianz.

Auch dem Stadtwerkekonsortium SüdWestStrom, das in Brunsbüttel an der Elbe zwei Steinkohleblöcke bauen möchte, haben auf Druck der Öffentlichkeit mehrere deutsche und schweizer Energieversorger den Rücken gekehrt. Trianel könnte nach Dachau schon bald ein weiterer Gesellschafter verloren gehen, denn der Schweizer Kanton Tessin genehmigte kürzlich einen Volksentscheid zur Beteiligung des Kantons am Kraftwerk in Lünen.

„Die Stadtwerke-Zusammenschlüsse Trianel und SüdWestStrom sollten ihre Investitionsentscheidungen überdenken und statt in Kohlekraftwerke in Erneuerbare Energien investieren. Neue Kohlekraftwerke sind nicht nur Gift für unser Klima, sondern behindern auch den dringend erforderlichen Umbau der Energieversorgung auf Basis von 100% regenerativen Quellen“, so Bricke.

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