Klima-Allianz widerspricht Bröring: Kohlekraftwerk in Dörpen mit Klimaschutz nicht vereinbar

Im Vorfeld der Kreistagssitzung zum Kohlekraftwerk weist Die Klima-Allianz Äußerungen des
Landrats Bröring zurück/Arbeit der Bürgerinitiative sehr wichtig

Das breite Bündnis Die Klima-Allianz betont, dass das in Dörpen geplante Kohlekraftwerk entgegen
den Äußerungen von Landrat Hermann Bröring mit seinen enormen Mengen an CO2-
Emissionen dem Klima erheblich schade. Der Landrat hatte auf der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Kreisentwicklung und Umwelt erklärt, dass das Dörpener Projekt keine Dreckschleuder
sei, da es „nur“ einen CO2-Ausstoß von 4,7 Millionen Tonnen CO2 im Jahr verursachen würde.
Daniela Setton, Kohleexpertin der Klima-Allianz erläutert: „Das in Dörpen geplante Kohlekraftwerk
würde jedes Jahr so viel klimaschädliches CO2 in die Luft blasen wie ein Viertel des gesamten Verkehrssektors in Niedersachsen. Dazu kommen noch enorme Mengen an Feinstäuben und Schwermetallen wie Arsen, Blei und Quecksilber.“

Auch weist Die Klima-Allianz die Auffassung des Landrats zurück, der das „CO2-Argument“ aufgrund
des Europäischen Emissionshandels als nicht stichhaltig bezeichnete. „Derzeit ist der europaweite
CO2-Ausstoß unter dem Emissionshandelssystem nur bis 2020 geregelt, die Laufzeit neuer
Kohlekraftwerke beträgt aber zwischen 40-50 Jahre. Für die Zeit nach 2020 müssen die CO2-
Emissionen noch stärker gesenkt werden. Der Weltklimarat hat bereits 2007 eine Emissionsreduktion
in den Industrieländern um 80 Prozent gefordert, neueste Studien gehen sogar von der Notwendigkeit
einer 95prozentigen Reduzierung aus, um den fortschreitenden Klimawandel noch in kontrollierbarem Ausmaß zu halten. Mit einer neuen Generation von konventionellen kohlebefeuerten Großkraftwerken, die über weitere Jahrzehnte ein überholtes Energiesystem zementieren, ist dies nicht zu leisten“ so Setton.

„Wer nur den Emissionshandel im Blick hat, übersieht zudem, dass die Bundesregierung bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien auf 30% ausbauen will. Dafür ist auf dem Strommarkt ein Strukturwechsel von zentralen Kraftwerksstrukturen hin zu Erneuerbaren Energien nötig. Als Konsequenz brauchen wir ein neues Kundenmanagement und flexible Kraftwerke, die sich dem Bedarf
und der Produktion schnell anpassen können. Kohlekraftwerke können das aus Sicherheits- und Kostengründen nicht leisten und dürfen daher auch nicht mehr gebaut werden“, führt Setton weiter
aus.

Nach Auffassung der Klima-Allianz ist es ein großes Verdienst der Bürgerinitiative Saubere Energie
Dörpen, den Zusammenhang von Kohlekraftwerken und Klimawandel immer wieder in der Öffentlichkeit
zu verdeutlichen. Das bundesweite Bündnis unterstützt die Arbeit der BI, die sich mit viel
Engagement für eine zukunftsfähige und klimaverträgliche Stromversorgung in Deutschland einsetzt.

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