Auch neue Versuchsanlage ändert nichts an Forderung nach einem Kohlemoratorium

Spremberg, 09.09.2008 Anlässlich der Inbetriebnahme der Vattenfall-Pilotanlage zur Kohlendioxid-Abscheidung und Speicherung (CCS) am Standort Schwarze Pumpe erneuerte die Klima-Allianz heute bei einer Aktion vor der Versuchsanlage ihre Forderung nach einem Kohlemoratorium. „Pilotanlagen wie diese müssen nun beweisen, ob CCS eine ergänzende Klimaschutz-Option zum Ausbau Erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz ist oder nicht“, so Daniela Setton von der Klima-Allianz . „In einer Situation, wo diese Technologie ihre Eignung noch nicht bewiesen hat, ist ein Kohlemoratorium unausweichlich, um den langfristig notwendigen Klimaschutz zu ermöglichen.

Zwar spricht sich die Klima-Allianz für eine kritische wissenschaftliche Klärung der Frage aus, inwieweit CCS zum international notwendigen Klimaschutz aus, doch viele Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz befürchten, dass die Energiekonzerne den Verweis auf die CCS-Technik dazu benutzen, neue Kohlekraftwerke in den nächsten Jahren zu bauen. „Sollte sich dann in etwa 10 Jahren zeigen, dass CCS nicht marktfähig wird, wurden Fakten bereits geschaffen und die neuen Kraftwerke sind am Netz. Darauf darf sich die Politik nicht einlassen. Wir brauchen eine klare und verbindliche Zusage der Konzerne, keine neuen Kohlekraftwerke mehr ohne CCS zu errichten“, meint Setton weiter. Als neuralgische Punkte hinsichtlich der Anwendbarkeit von CCS gelten die Unsicherheit der Lagerstätten, der hohe Energiebedarf für die Abscheidung und Verflüssigung des CO2 und die nicht unerheblichen Kosten.

Vor diesem Hintergrund ruft die Klima-Allianz für den 13. September 2008 zu einer Demonstration vor dem Kohlekraftwerk Jänschwalde bei Cottbus auf. Dort plant Vattenfall ab 2020 den Bau eines neuen Kraftwerks. Für die Befeuerung dieses und zwei weiterer Vattenfall-Kraftwerke in der Lausitz müssten ab 2015 fünf neue Tagebaue angelegt werden, für die fast 4.000 Menschen umgesiedelt werden müssen. Die Aktion der Klima-Allianz heute vor der Versuchsanlage kritisierte die Vattenfall-Pläne, neue Tagebaue zu einem Zeitpunkt aufzuschließen, an dem die Anwendbarkeit von CCS noch nicht sicher ist. „Mit der Protestkundgebung fordern wir ein Moratorium für den Bau neuer Kohlekraftwerke, den konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien sowie die Förderung von Energieeffizienz und Energiesparen. CCS kann hier höchstens als Brücke dienen, bis die Stromversorgung vollständig von den erneuerbaren Energien übernommen wird“ so Setton.

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